<

Bild des Monats: Kunstsammlung Heinrich

Seitenbereiche

Cookie-Banner

Diese Website benötigt einen Cookie zur Darstellung externer Inhalte

Um unsere Website für Sie optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir einwilligungspflichtige externe Dienste und geben dadurch Ihre personenbezogenen Daten an Dritte weiter. Über den Button „Mehr“ können Sie einzeln auswählen, welche Dienste Sie zulassen möchten. Sie können Ihre Zustimmung und Einwilligung jederzeit widerrufen.

ImpressumDatenschutzBarrierefreiheit
Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich
- eine Stiftung der Stadt Maulbronn
Schafhof und Museum

Thomas Lange - Erinnerung und Fiktion 1969, 1991, Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 300 cm

Wer bin ich? Diese Frage scheint Thomas Lange niemals dem Publikum zu stellen – sondern allenfalls sich selbst. Dieses Bild entstand nach Vorlage eines Fotos aus dem Familienalbum und erinnert an einen Besuch im Zoologischen Garten in West-Berlin Ende der 1960er Jahre, was nicht heißt, dass wir irgendetwas Konkretes über den Künstler erfahren würden. Damals ist Thomas Lange zwölf Jahre alt. Die Temperatur der Bildwelt liegt im Bereich gefühlter Minusgrade, obwohl die gedeckten Violett- und Brauntöne an ein freigelegtes Wandgemälde in südlichen Gefilden erinnern. Eingeschnürt in Konventionen bricht die Familie in den limitierten Freiraum eingehegter Natur auf, in der sie im Gestern-Heute-Morgen unerreichbar allein ist. Selbst wenn die Szene alles andere als fröhlich ist, ist sie keine Satire auf die Stumpfheit des Heutigen und schmäht auch die Familie nicht. Außerdem bietet die Art der Malerei genügend Grund zum Jubel. Lange hält nichts von Übertreibungen und Geschmacksverstärkern. Seine Malerei ist pur und erdig. Aus jedem Bild geht er wie aus einer Versuchskammer hervor. Als Wissender.

(Text: Christoph Tannert / Foto: Eric Tschernow)