Das Museum

 

 

 

 

 

 

Das Museumsgebäude, das die Kunstsammlung Heinrich beherbergt, stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Teil des klösterlichen Schafhofs reicht seine Geschichte bis ins Spätmittelalter und früher zurück. Ursprung war das Areal eines aufgegebenen Steinbruchs, dessen Felswände noch eindrucksvoll präsent sind. Für die mittelalterliche Klosteranlage war der gewachsene Fels an der östlichen Talmulde der Salzach von größter Bedeutung. Konnte doch nur so der Bedarf an gewaltigen Mengen von Hau- und Ziersteinen aus den umliegenden Steinbrüchen für die nahe klösterliche Baustelle gedeckt werden. Gebrochen wurde der hochgeschätzte grüngelbe Keupersandstein bis in die Spätzeit des Klosters. Er gab der Kirche und Klausur, aber auch vielen Wirtschaftsbauten, sein Gepräge.

Noch Ende der Klosterphase als Steinbruch aufgegeben, entwickelte sich hier ein klösterlicher Schäfereibetrieb mit Ställen, Wohnhaus und Ökonomiebauten. Mehrfach verändert, blieben die spätmittelalterlichen Gebäude bis in unsere Tage weitgehend erhalten. Einst von Mauer und Toren eingefasst, prägte das kleine Plateau über der Klosteranlage als geschlossener Komplex das Landschaftsbild des Salzachtals. Mit Auflösung des Klosters in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts setzte bald eine bauliche Verdichtung ein. Es entstanden große Einfirsthöfe, sogenannte Meiereien, mit Stallungen und Scheunen, die bis zur Gründung der politischen Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Pachthöfe, später in Eigenregie, bewirtschaftet wurden. In jüngster Zeit belebten kleine Industriebetriebe, vermischt mit bescheidenen Wohnbauten, das bunte dörfliche Ambiente.

Das Ausstellungsgebäude der Kunstsammlung Heinrich, ehemals ein Scheunenbau mit Viehställen und Heuböden, gehörte vor Gründung der Gemeinde im Jahre 1838 zu den letzten großen Vorhaben der Königlich – Württembergischen Bauverwaltung. Der gewaltige Steinbau entstand an Stelle eines abgebrannten Ökonomiebaus. Hier sollte noch einmal ein eindrucksvolles Entrée entstehen. Dazu trägt vor allem die schlichte, fast nüchterne Gestaltung des Äußeren bei. Für die besonderen, auch diffizilen Belange einer modernen Galerie wurden das Holzwerk des Dachstuhls, sowie die alten Speicher – und Stallräume mit ihrem grazilen Stützen – und Tragwerk in Holz vorbildlich umgewidmet. Es entstand so eine fein abgestimmte transparente Innenarchitektur an Stell – und Schiebewänden, unterstützt von einer zurückhaltenden Lichtregie, die die modernen Bildobjekte angemessen zur Wirkung kommen lässt.

Vor dem Umbau zum Kunstmuseum, ca. 1990